Landratsamt München

Rückläufige Zuweisung von Asylbewerbern an den Landkreis: Prognosen für 2016 vorsichtig angepasst 

Landkreis und Kommunen rechnen bis Ende des Jahres mit 6.000 Flüchtlingen, die in staatlichen Unterkünften untergebracht werden müssen 

Seit Ende März hat der Landkreis München so gut wie keine neuen Asylbewerber in seinen Kommunen unterbringen müssen. Dank der im April ausgesetzten Neuzuweisung von Flüchtlingen durch die Regierung von Oberbayern konnten in den neu fertig gestellten Unterkünften die Bewohner der letzten belegten Turnhalle im Landkreis und auch schon einige Menschen aus den Traglufthallen Quartier beziehen. 

Aktuell rund 4.360 Asylsuchende im Landkreis 

Obwohl insgesamt damit eine (zumindest vorübergehende) Entspannung der Lage festzustellen ist, gehen Landrat Christoph Göbel und die Bürgermeister der Landkreiskommunen davon aus, dass der Zustrom von Flüchtlingen wieder erstarken wird. Allein die zu erwartende Zuweisung von bislang noch nicht registrierten Flüchtlingen, die sich aber bereits in Deutschland befinden und deren Gesamtzahl auf bis zu 500.000 Menschen geschätzt wird, würde eine Größenordnung für den Landkreis ausmachen, die etwa der Hälfte der Zuweisungen des Jahres 2015 entspräche. 

Mit der Zunahme von Anerkennungen des BAMF ist darüber hinaus davon auszugehen, dass zahlreiche Flüchtlinge einen Anspruch auf Nachzug ihrer Familien aus dem Heimatland erhalten und geltend machen werden. 

Weil die Flüchtlingszahlen nun aber über Wochen nicht nur nicht weiter gestiegen, sondern durch Abverlegung aus den staatlichen Einrichtungen und aufenthaltsbeendende Maßnahmen sogar gesunken sind, haben sich der Landrat und die Bürgermeister der Landkreiskommunen in einer gemeinsamen Beratung dazu entschlossen, die bisherige Planzahl von 9.000 unterzubringenden Asylbewerbern nunmehr auf 6.000 zum Stand 15.07.2016 zu reduzieren.

Die tatsächliche Entwicklung des Flüchtlingszustroms ins Land ist nicht vorhersehbar und wir müssen sie gut im Auge behalten!“, sagt Landrat Christoph Göbel. „Notfalls sind die Zahlen abermals zu korrigieren. Denn eines ist klar: Landkreis und Kommunen wollen am Aufbau ordentlicher Unterkünfte festhalten und kein weiteres Mal in die Turnhallenunterbringung einsteigen müssen! Dies wäre keinem zuzumuten – weder den Bürgerinnen und Bürgern in den Landreiskommunen noch den Schutzsuchenden.“ 

Weitere Informationen zum Thema Asyl und Verteilung der Flüchtlinge im Landkreis München finden Sie auch auf der Seite des Landkreises unter www.landkreis-muenchen.de und integration.landkreis-muenchen.de.

Interkulturelle Erfahrung als Chance 
Unternehmer zeigen großes Interesse an Einstellung von Flüchtlingen 

„Weil Integration mehr als Sprache ist“ lautete der Titel der vom Landratsamt organisierten Veranstaltung vergangene Woche, bei welcher sich Unternehmerinnen und Unternehmer über die Einstellung von Flüchtlingen informieren konnten. Jetzt ist die Dokumentation mit einem umfangreichen Fragenkatalog erschienen. 

Einer der Schlüsselfaktoren für eine gelingende Integration ist die erfolgreiche Eingliederung von Flüchtlingen und Asylbewerbern in den Arbeitsmarkt. Die gemeinsame Veranstaltung des Kreises mit den Gemeinden Aying, Brunnthal, Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Oberhaching, Sauerlach, Taufkirchen und Unterhaching hatte das Ziel, über Rahmenbedingungen und praxisnahe Herangehensweisen zu informieren. 

Expertenrunde gab Überblick 

Rund 200 Unternehmer, freiwillige Helfer und Interessierte hatten die Podiumsdiskussion im Bürgersaal Oberhaching verfolgt. Moderiert von Kathrin Wischnitzki, der stellvertretenden Leiterin der Stabsstelle Asyl, gab die Expertenrunde, bestehend aus Angela Schwarzbach, Gruppenleiterin "Asylangelegenheiten" der Ausländerbehörde, Ingeborg Liebhaber von der Agentur für Arbeit, Bernhard Sexl, Sachgebietsleiter "Jobcenter Landkreis München", Hubert Schöffmann von der IHK, Claudia Köhler vom Helferkreis Unterhaching und Jeanette Dernier vom Unternehmen Pflanzen Kölle, einen umfangreichen Überblick, was bei der Einstellung von Flüchtlingen beachtet werden muss. 

Zentrale Themen waren unter anderem, ab wann ein Asylbewerber eine rechtmäßige Arbeit aufnehmen darf, an welche Stellen sich interessierte Unternehmer wenden müssen, welche Beschäftigungsformen es gibt oder wie es nach einem positiven oder negativen Bescheid des Asylverfahrens weitergeht. 

Die wichtigsten Fragen zum Nachlesen 

„Was bedeutet die 3+2-Regelung?“, „Kann ich einen Asylbewerber nach einem Praktikum direkt als Auszubildenden übernehmen?“ oder „Wie lange dauert das Genehmigungsverfahren?“: In einer anschließenden Fragerunde konnten die anwesenden Unternehmer konkret bei den Experten nachhaken. 

Die wichtigsten Fragen und Antworten können Interessierte in der Dokumentation nachlesen. Sie steht ab sofort im News-Bereich auf www.landkreis-muenchen.de zum Download bereit.

Unterstützung

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Kontakt

Asylbewerberunterbringung
Landratsamt München
asylbewerberunterbringung@lra-m.bayern.de

Engagement vor Ort
Helferkreis Oberhaching
info@asyl-oberhaching.de

Gemeinde Oberhaching
info@oberhaching.de

Allgemeine Informationen
asylinfo.landkreis-muenchen.de